Auf die Gigabitspur abbiegen

CDU ergreift Initiative für flächendeckende Glasfaserversorgung

Reichelsheim (pm) „Vor 5 Jahren haben wir für 50 Mbit gekämpft, heute würden die meisten Internetnutzer darüber nur noch schmunzeln“, blickt CDU-Stadtverbandsvorsitzender Holger Hachenburger auf das Wahlprogramm seiner Partei von 2016. Noch vor dem Urnengang im März haben die Christdemokraten nun eine parlamentarische Initiative für eine flächendeckende Glasfaservorsorgung gestartet. Seine Forderung angesichts der rasanten technischen Entwicklung: „Wir wollen den Blinker Richtung Gigabitspur auf der Datenautobahn setzen.“

So soll der Magistrat mit der Erstellung eines Konzepts beauftragt werden, wie mit Unterstützung von entsprechenden Breitband-Anbietern bzw. dem Regionalverband FrankfurtRheinMain ein Glasfaseranschluss in allen Stadtgebieten sichergestellt werden kann. Das Konzept könne dann in einer der kommenden Parlamentssitzungen vorgestellt und sofern erforderlich, entsprechende Beschlüsse gefasst werden.

Reichelsheim verfüge über einen vergleichsweise geringen Internetstandard. Glasfaseranschlüsse mit Übertragungsraten von 1Gbit ins Haus stehen heute oder planmäßig lediglich im Baugebiet Weckesheim und der Grundschule im Ried zur Verfügung. Grundsätzlich könnten die Haushalte der Stadt aber nur auf die bekannte Vectoring-Technik zurückgreifen. Seine Prognose: „Solche Techniken sind mittelfristig nicht mehr praktikabel.“

„Mir ist bewußt, dass viele Haushalte mit dem gegenwärtigen Angebot zufrieden sind“, das hätten unzählige Gespräche während des Bürgermeisterwahlkampfs gezeigt. Andererseits habe er immer betont, „keine Politik is zum nächsten Sonnenaufgang zu machen, sondern unsere Stadt langfristig zu positionieren.“ Die Voraussetzung für digitale Prozesse in Gewerbe und Gesellschaft auch angesichts der 5G-Entwickung oder Änderungen in der Arbeitswelt mit vermehrtem Home-Office sei jedoch ein flächendeckendes Hochgeschwindigkeitsnetz auf modernstem Stand. Ein solches Glasfasernetz bis an jedes Haus und Unternehmen sei das Fundament für einen attraktiven und wettbewerbsfähigen Standort heute und in der Zukunft.

Nachbarkommunen hätten, so Hachenburger, mit Breitbandanbietern mittlerweile bilaterale Projekte gestartet und erfolgreich umgesetzt. Seine Gespräche mit einzelnen Glasfasser-Firmen „haben zu meiner eigenen Überraschung ergeben, dass ein solcher Ausbau für Reichelsheim praktikabel und umsetzbar ist.“ Zudem habe der Regionalverband FrankfurtRheinMain ein regionales Kooperationsprojekt gestartet, um einen einheitlichen so genannten „Fibre to the Home/Building – Glasfaser in die Haushalte/Gebäude Ausbau“ voranzutreiben. Es sei daher essentiell, so Hachenburger abschließend, die für Reichelsheim zielführenden Optionen auszuloten: „So können wir Unternehmen für die Region begeistern und Abwanderungen junger Menschen verhindern.“

„Wollen Reichelsheim in Punkto Glasfasertechnik besser positionieren“, so CDU-Stadtverbandsvorsitzender Holger Hachenburger

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